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Dr. Peter Decker

Über mich

Mein Name ist Peter Decker und ich interessiere mich seit meinem 11. Lebensjahr für Tausendfüßer, als ich diese 1994 erstmals in einer Tierhandlung in Mainz-Kostheim als Haustiere entdeckte. Leider konnte mir niemand etwas zur Haltung und Biologie dieser Tiere sagen und auch in der Stadtbibliothek fanden sich nur wenige allgemeine Sätze in den Biologiebüchern. Dies Faszination an diesen scheinbar unbekannten aber doch fast überall vorkommenden und recht großen Lebewesen hat mich nie wieder losgelassen. Ich beschäftigte mich lange Zeit mit der Haltung und Zucht von tropischen Doppelfüßern. Direkt nach meinem Abitur 2002 machte ich ein einmonatiges Praktikum bei dem Tausendfüßer-Spezialisten Dr. Jörg Spelda am Staatlichen Museum für Naturkunde in Karlsruhe, wo ich die Welt der Taxonomie, Systematik und Ökologie der Tausendfüßer eingeführt worden bin. Daraufhin arbeitete ich mich  – mit vielen Fachpublikationen versorgt – selbstständig in die Bestimmung heimischer und zahlreicher tropischer Hundertfüßer und Doppelfüßer ein.

Ich kam direkt nach abgeschlossenem Diplom der Biologie an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz im Jahr 2010 an das Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz, der zu der Zeit Hochburg für heimische Tausendfüßer in Deutschland. Unter anderem baute ich dort gemeinsam mit Kolleg*innen die bodenzoologische Datenbank Edaphobase auf, mit mehr als 134.000 Datensätzen zu Myriapoden, war bei der Entwicklung des virtuellen Mikroskops VIRMISCO beteiligt und bin Koautor und momentan Koordinator der Roten Listen der gefährdeten Hundert– und Doppelfüßer Deutschlands. Ich entwickelte und konzipierte im Rahmen des Projektes museum4punkt0 von 2017 bis 2020 das Onlineportal und App BODENTIER hoch 4 mit der freundlichen Unterstützung von vielen Kolleg/innen. Mit BODENTIER hoch 4  möchte ich anderen den Einstieg in die schöne Welt der Hundertfüßer, Doppelfüßer und Bodentiere leichter machen.

Ich bin vielfach im Bereich der Myriapodologe und des Naturschutzes aktiv. Seit 2019 bin ich President der International Society for Myriapodology, Chief Editor der Datenbank MilliBase, Editor und Layouter der Zeitschrift Schubartiana, stellvertretender Vorsitzender der Ortsgruppe Görlitz des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und Vorstandsmitglied der Oberlausitz Stiftung. Seit Ende 2021 arbeitet ich am Internationalen Begegnungszentrum St. Marienthal und baue dort bis 2025 ein Kompetenzzenrum für Oberlausitzer Streuobstwiesen auf, und habe u. a. ein Online-Kataster für Streuobstwiesen des Landkreis Görlitz entwickelt.

Neben der Verbreitung und Gefährdung der einheimischen Tausendfüßer, beschäftige ich mich mit der Digitalisierung und Bereitstellung von myriapodologischen Daten und Literatur und setze mich für eine globale bessere Vernetzung von Datenbanken ein, z. B. im Rahmen der MyrNet Initiative. Ich  interessiere mich aber auch für molekulare Methoden und Analysen im Bereich Barcoding und der (Meta)Genomik.